{"id":1397,"date":"2020-01-14T18:58:19","date_gmt":"2020-01-14T17:58:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/?p=1397"},"modified":"2020-01-14T18:58:23","modified_gmt":"2020-01-14T17:58:23","slug":"eine-waffe-in-feindeshand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/eine-waffe-in-feindeshand\/","title":{"rendered":"\u201eEine Waffe in Feindeshand&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEine Waffe in Feindeshand&#8220;<\/p>\n<p>Von Kurt Palm<\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Knapp drei Wochen, nachdem am 16. September 1948 das \u201eNeue Theater in der Scala\u201c mit Nestroys \u201eH\u00f6llenangst\u201c er\u00f6ffnet worden war, brachte diese neu gegr\u00fcndete Wiener B\u00fchne eine Urauff\u00fchrung heraus, die \u2013 zumindest in \u00d6sterreich \u2013 Geschichte schreiben sollte: \u201eDer Bockerer\u201c von Ulrich Becher und Peter Preses. In der Regie von G\u00fcnther Haenel spielte der auch vom Film bekannte Fritz Imhoff die Titelrolle. Mit der Wahl dieses St\u00fcckes hatte die \u201eScala\u201c nicht nur Mut bewiesen, sondern auch ein programmatisches Bekenntnis zum \u00f6sterreichischen Volkstheater in der Tradition Nestroys abgegeben, das einen wesentlichen Teil des Repertoires bis 1956 ausmachte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Weitere Eckpfeiler des Spielplans bildeten die gro\u00dfen Kom\u00f6dien der Weltliteratur von Shakespeare \u00fcber Moli\u00e8re bis Lope de Vega und Shaw sowie die St\u00fccke Maxim Gorkis, Leo Tolstois, Nikolai Gogols und anderer russischer Dramatiker. Nicht vergessen darf auch ein Autor werden, der im kurzen Leben der \u201eScala\u201c eine in mehrfacher Hinsicht wichtige Rolle spielte: Bertolt Brecht. Bereits Ende November 1948 stellte das Ensemble der \u201eScala\u201c, unterst\u00fctzt von der gro\u00dfen Schauspielerin Therese Giehse, im Rahmen einer Matinee Brecht als \u201eDichter unserer Zeit\u201c vor. So unspektakul\u00e4r das heute klingen mag, so ungew\u00f6hnlich war dieses Unternehmen damals, fand es doch zu einer Zeit statt, als in Wien nicht nur die \u201eScala\u201c, sondern auch Brecht von vielen als Feinde<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>betrachtet wurden.<\/p>\n<p>Die Idee zur Gr\u00fcndung eines \u201eVolkstheaters neuen Typs\u201c wurde von \u00f6sterreichischen Emigranten bereits w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in Z\u00fcrich entwickelt. Am dortigen Schauspielhaus hatten K\u00fcnstler wie Wolfgang Heinz, Karl Paryla, Emil St\u00f6hr oder Hortense Raky in einem Ensemble gearbeitet, das sein Theaterschaffen bei allen politischen und k\u00fcnstlerischen Unterschieden als eine \u201e\u00c4sthetik des Widerstands\u201c begriff. Nicht zuf\u00e4llig wurden an diesem Theater zwischen 1941 und 1943 die gro\u00dfen Brecht-St\u00fccke \u201eMutter Courage und ihre Kinder\u201c, \u201eDer gute Mensch von Sezuan\u201c und \u201eLeben des Galilei\u201c zur Urauff\u00fchrung gebracht.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach ihrer R\u00fcckkehr nach Wien verfasste eine Gruppe um Karl Paryla eine \u201eGr\u00fcndungsskizze f\u00fcr ein genossenschaftliches Theater\u201c, dessen Konzept in der damaligen Theaterlandschaft in jeder Hinsicht revolution\u00e4r war. Das neue Theater sollte nicht nur kollektiv gef\u00fchrt werden, sondern auch ausdr\u00fccklich dem gesellschaftlichen Fortschritt verpflichtet sein und das Publikum durch Gr\u00fcndung einer eigenen Organisation in den Theaterpozess miteinbeziehen. Dar\u00fcberhinaus war beabsichtigt, \u201eTheater zu Kinopreisen\u201c anzubieten und dem Publikum durch Auff\u00fchrungen in Betrieben, Schulen und am Land im wahrsten Sinn des Wortes \u201eentgegenzukommen\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Da viele der an der Gr\u00fcndung Beteiligten Mitglieder oder Sympathisanten der Kommunistischen Partei \u00d6sterreichs waren, lag es nahe, nicht nur mit der KP\u00d6, sondern auch mit den sowjetischen Besatzungsbeh\u00f6rden zusammenzuarbeiten. Im Sowjetsektor wurde schlie\u00dflich mit dem ehemaligen \u201eJohann-Strau\u00df-Theater\u201c in der Favoritenstrasse 8 im 4. Bezirk ein geeignetes Geb\u00e4ude gefunden. 1945 wurde dieses Haus, das 1931 in das \u201eScala\u201c-Kino umfunktioniert worden war, von den sowjetischen Beh\u00f6rden als deutsches Eigentum beschlagnahmt und 1948 den Soziet\u00e4ren des \u201eNeuen Theaters in der Scala\u201c \u00fcbergeben. Inhaber der Konzession war Wolfgang Heinz, der formal auch als Direktor fungierte. Damit konnte die \u201eScala\u201c mit ihren 1.256 Sitzpl\u00e4tzen \u2013 das entspricht in etwa der Gr\u00f6\u00dfe des Burgtheaters \u2013 als selbstverwaltetes Schauspielertheater ihren Betrieb aufnehmen.<\/p>\n<p>Nach der erfolgreichen Er\u00f6ffnungspremiere mit Nestroys \u201eH\u00f6llenangst\u201c und der Urauff\u00fchrung des \u201eBockerer\u201c konnte die \u201eScala\u201c am 2. Dezember 1948 mit einer weiteren Sensation aufwarten: An diesem Tag fand in der Regie Leopold Lindtbergs die Premiere von Brechts \u201eMutter Courage\u201c mit Therese Giehse in der Titelrolle statt. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt, also nicht einmal drei Monate nach der Er\u00f6ffnung, hatten sich in Wien allerdings bereits zwei Lager gebildet: Eines, das f\u00fcr die \u201eScala\u201c war und eines, das gegen sie war. Was das konkret bedeutete, fasste Therese Giehse in einem Gespr\u00e4ch mit Monika Sperr folgendermassen zusammen: \u201eDer gew\u00e4hlte Spielort war infam, da ging kein anst\u00e4ndiger Wiener hin. Bis dahin reichte die Toleranzgrenze nicht: das \u201aTheater in der Scala\u2018 wurde boykottiert, auch die \u201aCourage\u2018, so grandios die Auff\u00fchrung auch war. Denn wer in diesem Kommunistentheater spielte, f\u00fcr den galt nach altem Recht und Brauch: mitgefangen \u2013 mitgehangen.\u201c<\/p>\n<p>In einem Interview, das ich im August 1980 mit dem Kritiker Hans Weigel f\u00fchrte, best\u00e4tigte auch er, dass die Herabw\u00fcrdigung der k\u00fcnstlerischen Leistungen der \u201eScala\u201c \u2013 und Bertolt Brechts \u2013 ausschlie\u00dflich politisch motiviert war. Weigel: \u201eDer Meinungsumschwung kam durch den Kalten Krieg, das ist ganz klar.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dass der Wind, der der \u201eScala\u201c seit ihrer Gr\u00fcndung entgegenblies, ebenfalls entsprechend kalt war, versteht sich angesichts der politischen Lage im damaligen \u00d6sterreich von selbst. Die Positionen waren unvers\u00f6hnlich, die Fronten verh\u00e4rtet und es gab kein \u201eGespr\u00e4ch der Feinde\u201c, wie der Publizist Friedrich Heer eines seiner B\u00fccher programmatisch nannte. Nebenbei: Als Friedrich Heer 1962 \u2013 er war damals Chefdramaturg des Burgtheaters \u2013 Hans Weigel als \u201ekleinen \u00f6sterreichischen McCarthy\u201c bezeichnete, wurde er wegen Ehrenbeleidigung zu einer Geldstrafe von \u00f6S 2.000,&#8211; verurteilt. Vier Jahre zuvor hatte Weigel weniger Gl\u00fcck. Da verlor er n\u00e4mlich einen Prozess, den die vier ehemaligen \u201eScala\u201c-Mitglieder Karl Paryla, Wolfgang Heinz, Erika Pelikowsky und Hortense Raky gegen ihn angestrengt hatten, weil er sie \u201eals K\u00fcnstler getarnte Agenten, die w\u00e4hrend ihrer Gastspiele im Westen f\u00fcr den ostdeutschen Geheimdienst spionierten\u201c, bezeichnet hatte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und weil wir schon dabei sind: In einem anderen der endlos vielen Prozesse, die Hans Weigel im Laufe seiner T\u00e4tigkeit als Theaterkritiker f\u00fchrte \u2013 am bekanntesten ist wohl der<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Prozess um die \u201eWatsche\u201c, die die Burgschauspielerin K\u00e4the Dorsch dem Kritiker Weigel auf offener Stra\u00dfe gab \u2013, kam auch ein Vorfall zur Sprache, der im November 1958 f\u00fcr einiges Aufsehen sorgte. Damals hatte Weigel den einstigen \u201eScala\u201c-Schauspieler Friedrich Lobe in mehreren Artikeln derart heftig attackiert, dass dieser einen Herzinfarkt erlitt und starb.<\/p>\n<p>Auch wenn es sich dabei aus der Sicht Weigels um einen bedauerlichen \u201eBetriebsunfall\u201c handelte, zielte die Diffamierung ehemaliger \u201eScala\u201c-Schauspieler durch Kritiker wie Hans Weigel, Friedrich Torberg oder Jacques Hannak ausdr\u00fccklich darauf ab, die berufliche Existenz ihrer Feinde \u2013 nicht Gegner! \u2013 zu vernichten. Daraus machten diese Herrschaften auch nie ein Hehl.<\/p>\n<p>Als zum Beispiel Karl Paryla 1962 aus der DDR nach Wien zur\u00fcckkehrte und an das Theater in der Josefstadt engagiert wurde, schrieb Torberg: \u201eUnd es gen\u00fcgt nicht, dass Karl Paryla hierzulande ungest\u00f6rt leben, kommunistisch w\u00e4hlen und sich kommunistisch bet\u00e4tigen darf \u2013 nein, man muss ihn auch noch engagieren.\u201c Und als Otto Tausig nach seiner R\u00fcckkehr aus der DDR mit dem Direktor des Theaters in der Josefstadt, Franz Sto\u00df, wegen eines Engagements verhandelte, hielt Sto\u00df in der einen Hand den Vertrag und in der anderen eine \u201eReueerkl\u00e4rung\u201c, die sich auf Tausigs Zeit an der \u201eScala\u201c bezog. Sto\u00df zu Tausig: \u201eDie ist nicht f\u00fcr mich, sondern f\u00fcr Leute wie Weigel und Torberg.\u201c<\/p>\n<p>Dass Weigel und Torberg sp\u00e4ter versuchten, ihre Rolle in der Zeit des Kalten Krieges herunterzuspielen, versteht sich angesichts gewisser \u00f6sterreichischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten von selbst. Noch 1983 meinte Hans Weigel w\u00e4hrend einer Diskussionsveranstaltung in Wien, dass damals ja alles gar nicht so schlimm gewesen sei und man den Brecht- und \u201eScala\u201c-Boykott vor dem Hintergrund des Kalten Krieges sehen m\u00fcsse. Darauf konterte Otto Tausig: \u201eIch kann diese Zeit nicht so lustig empfinden, war ich doch zweimal im Exil, einmal unter Hitler und einmal unter Weigel und Torberg.\u201c Tausig spielte hier darauf an, dass nach der erzwungenen Schlie\u00dfung der \u201eScala\u201c im Juni 1956 ein Teil des Ensembles mangels Arbeitsm\u00f6glichkeiten in \u00d6sterreich in die DDR ging und dort am Deutschen Theater in Berlin eine neue k\u00fcnstlerische Heimat fand.<\/p>\n<p>H\u00e4tte es sich bei der \u201eScala\u201c tats\u00e4chlich um ein reines KP-Propagandatheater gehandelt, wie in einem Gro\u00dfteil der Medien trommelfeuerartig immer wieder behauptet wurde, h\u00e4tte dieser B\u00fchne mit Sicherheit kaum jemand eine Tr\u00e4ne nachgeweint. Aber die \u201eScala\u201c schaffte in den acht Jahren ihres Bestehens etwas, das in der darstellenden Kunst selten gelingt: H\u00f6chstes k\u00fcnstlerisches Niveau mit einem dezidiert gesellschaftlichen Anspruch zu verbinden, und dabei das Publikum auf lustvolle Weise zu unterhalten und zum Denken anzuregen. Vor diesem Hintergrund versteht man auch, weshalb an der \u201eScala\u201c Pers\u00f6nlichkeiten wie Bertolt Brecht, Helene Weigel, Hanns Eisler, Ernst Busch, Leopold Lindtberg, Therese Giehse, Dorothea Neff, das Br\u00fcderpaar John Heartfield\/Wieland Herzfelde, Teo Otto, Arnolt Bronnen, Marcel Rubin und viele andere t\u00e4tig waren und weshalb aus dem Ensemble Schauspielerinnen und Schauspieler hervorgingen, die das deutschsprachige Theater viele Jahrzehnte lang pr\u00e4gten. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nachdem sich ein Teil der Wiener Theaterkritik und die SP\u00d6-F\u00fchrung in die \u201eScala\u201c regelrecht verbissen hatten, war f\u00fcr diese Leute mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags im Mai 1955 die Zeit der Abrechnung gekommen. Die Lage auf den Punkt brachte der vom ehemaligen Wiener Kulturstadtrat Viktor Matejka als \u201eBerufsantibolschewik\u201c bezeichnete Kritiker Jacques Hannak, der am 24. Februar 1956 in der \u201eArbeiter Zeitung\u201c schrieb: \u201eDa haben also die Kommunisten im Jahre 1948 in der \u201aScala\u2018 ein Theater aufgemacht, dessen Aufgabe es war, auf dem Umweg \u00fcber \u201aKultura\u2018 \u00d6sterreich\ufb02 reif zur Volksdemokratie zu machen. Es war eine der vielen anti\u00f6sterreichischen Waffen, mit denen unser Land in die Knechtschaft gezwungen werden sollte. Ein kommunistisches Parteitheater ist nichts anderes als ein Propagandainstrument mit Kulturtarnung. Die \u201aScala\u2018 wurde in Wien als solches behandelt: als ein St\u00fcck Missbrauch, als eine Waffe in Feindeshand. In der \u201aScala\u2018 bleiben die Kommunokapitalisten nicht. Gewerkschaftsgut bleibt nicht l\u00e4nger auf Grund \u201asibirischer Vertr\u00e4ge\u2018 in kommunistischen H\u00e4nden.\u201c Hier spielte Hannak darauf an, dass der \u00d6GB das \u201eScala\u201c-Geb\u00e4ude f\u00fcr sich in Anspruch nahm.<\/p>\n<p>Als die Schlie\u00dfung der \u201eScala\u201c immer wahrscheinlicher wurde, appellierten K\u00fcnstler aus aller Welt an den SP\u00d6-Kulturstadtrat Hans Mandl, sich f\u00fcr eine Weiterf\u00fchrung des Theaters, \u201edas zu den besten Europas geh\u00f6rt\u201c (Bertolt Brecht), einzusetzen. Neben Brecht schrieben an Mandl auch der Intendant des \u201ePiccolo Teatro\u201c in Mailand, Paolo Grassi, es kamen Briefe von Lion Feuchtwanger aus Kalifornien, von Howard Fast aus New York, von Erwin Piscator aus West-Berlin, von Erich Engel aus Ost-Berlin, von Therese Giehse aus Z\u00fcrich und vom Pr\u00e4sidenten der Internationalen Schauspielergewerkschaft, Jean Darcant. Diese Briefe nutzten ebensowenig wie die Protestschreiben der Volksb\u00fchne Berlin, des Berliner Ensembles, des Maxim-Gorki-Theaters oder des Teatr Narodowy aus Warschau.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch 22.000 gegen die Schlie\u00dfung gesammelte Unterschriften halfen nichts, da sich SP\u00d6 und \u00d6GB die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten, der \u201eScala\u201c durch einen formalen Trick endg\u00fcltig den Garaus zu machen. An Brecht schrieb Stadtrat Mandl in typisch \u00f6sterreichischer Beamtenmanier: \u201eDa Herr Direktor Heinz den gesetzlich vorgeschriebenen Nachweis der Betriebsst\u00e4tte nicht erf\u00fcllen kann, ist die Beh\u00f6rde nicht in der Lage, eine Konzession f\u00fcr diese Betriebsst\u00e4tte zu geben. Es geht also bei dem anh\u00e4ngigen Konzessionsverfahren nicht um die k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4ten der Theaterleitung und des Ensembl\ufb01es, die unbestritten sind, sondern darum, ob der Konzessionswerber die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen erf\u00fcllt oder nicht.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nach der letzten Vorstellung am 30. Juni 1956, gezeigt wurde Brechts \u201eLeben des Galilei\u201c mit Karl Paryla in der Titelrolle, fiel der letzte Vorhang in der \u201eScala\u201c. Danach stand das Geb\u00e4ude bis 1959 leer und wurde schlie\u00dflich abgerissen. Die Baul\u00fccke wurde zwar Mitte der siebziger Jahre wieder geschlossen, aber die L\u00fccke, die die \u201eScala\u201c in der \u00f6sterreichischen Theaterlandschaft hinterlassen hat, klafft bis heute.<\/p>\n<p>Das Schlusswort geh\u00f6rt einem unverd\u00e4chtigen Zeugen, n\u00e4mlich Helmut Zilk, der 1984 anl\u00e4sslich der Verleihung des Professorentitels an Karl Paryla erkl\u00e4rte: \u201eIch stehe nicht an zu sagen, dass ich es als eine Schande f\u00fcr die Stadt empfunden habe, unter welchen schm\u00e4hlichen Umst\u00e4nden man aus vordergr\u00fcndigen politischen Gr\u00fcnden das ,Neue Theater in der Scala\u2018 eingehen lie\u00df.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i>Beitrag f\u00fcr Die Presse\u201c (\u201eSpectrum\u201c), erschienen am 24. Juni 2006<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEine Waffe in Feindeshand&#8220; Von Kurt Palm \u00a0 Knapp drei Wochen, nachdem am 16. 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