{"id":300,"date":"2016-09-02T17:59:26","date_gmt":"2016-09-02T15:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/?p=300"},"modified":"2016-11-28T17:23:51","modified_gmt":"2016-11-28T16:23:51","slug":"salzburg-abc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/salzburg-abc\/","title":{"rendered":"Mein Salzburg-ABC"},"content":{"rendered":"<section  class='av_textblock_section av-av_textblock-0366cc7376be6c9e82a3e9cc8987b64f '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p align=\"justify\">A wie Alpenst\u00fcberl: Ende der siebziger Jahre erfreute sich das \u201eAlpino\u201c in der Alpenstra\u00dfe nicht nur bei schweren Trinkern, sondern auch bei gewissen Studenten gro\u00dfer Beliebtheit. In dieser klassischen \u201eBumsen\u201c konnte man fernsehen \u2013 sofern die Rauchschwaden das \u00fcberhaupt zulie\u00dfen \u2013, einen Schinken-K\u00e4se-Toast essen oder Karten spielen. Und man bekam den Wein in der Doppelliterflasche auch \u201e\u00fcber die Gasse\u201c, was sich f\u00fcr diverse Studenten-WGs in der N\u00e4he als wahrer Segen erwies.<\/p>\n<p>B wie Brecht, Bertolt: Erhielt am 12. April 1950 von der Salzburger Landesregierung die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft und blieb \u2013 trotz zahlreicher Mahnungen \u2013 die Geb\u00fchren f\u00fcr die Ausstellung des Passes bis zu seinem Tod schuldig. Nach einem Salzburg-Besuch im Oktober 1948 notierte Brecht in sein <i>Arbeitsjournal: <\/i>\u201edie stadt wirkt ausgepowert, ersch\u00f6pft.&#8220;<\/p>\n<p><!--more-->C wie Colloredo: Hieronymus Franz de Paula Graf Colloredo war von 1772 bis 1803 F\u00fcrsterzbischof von Salzburg und Mozarts erbittertster Gegenspieler. Aus Protest gegen die S\u00e4kularisierung Salzburgs ging Colloredo ins Exil nach Wien, wo er 1812 starb und auch begraben wurde. Der Ex-Landeshauptmann von Salzburg, Franz Schausberger, lie\u00df es sich aber nicht nehmen, die \u00dcberreste seines geliebten Vorg\u00e4ngers nach Salzburg zur\u00fcckzuholen und in der Bischofsgruft im Dom beisetzen zu lassen. Wie schrieb Mozart so treffend \u00fcber Colloredo: \u201eDer Erzbischof ist ein Hundsfut, ich hasse ihn bis zur Raserei.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">D wie Duchesse von Arschb\u00f6rmerl: Jedesmal, wenn ich im Fernsehen den Festspiel-Aufmarsch der Operierten und Degenerierten sehe, muss ich an Mozart denken, der \u00fcber eine \u00e4hnliche Ansammlung einmal schrieb: \u201eEs war eine Menge Noblesse da, die Duchesse Arschb\u00f6merl, die Gr\u00e4fin Brunzgern, und dann die F\u00fcrstin Riechzumtreck, mit ihren 2 T\u00f6chtern, die aber schon an die 2 Prinzen Mu\u00dfbauch vom Sauschwanz verheiratet sind.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">E wie Elisabethstra\u00dfe 11: Das wahre Zentrum Salzburgs war f\u00fcr mich das KP\u00d6-Volksheim in der Elisabethstra\u00dfe 11. Ich habe w\u00e4hrend meiner sechs Studienjahre in Salzburg mehr Zeit in diesem Haus verbracht, als an der Uni und ich finde es gro\u00dfartig, dass sich an diesem Haus in den letzten 35 Jahren praktisch nichts ver\u00e4ndert hat. Vor ein paar Jahren habe ich es einmal gewagt, die T\u00fcr zum fr\u00fcheren B\u00fcro des Kommunistischen Studentenverbands zu \u00f6ffnen, und dort stand tats\u00e4chlich noch die Schreibmaschine, auf der ich im Sommer 1981 mein letztes Flugblatt getippt habe. Von den legend\u00e4ren KSV-Festen m\u00f6chte ich hier gar nicht reden, weil ich sonst vor lauter R\u00fchrung gleich zu weinen beginnen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>F wie Freilassing: In den sp\u00e4ten siebziger Jahren war Freilassing ein beliebtes Ausflugsziel, weil dort gewisse alkoholische Getr\u00e4nke billiger waren als in Salzburg. Ich erinnere mich an Besuche in einem Wirtshaus namens \u201eSchmuggler&#8220;, wo wir den Retsina der Einfachheit halber gleich aus der Doppelliterflasche tranken. Weniger angenehm waren die Freilassing-Ausfl\u00fcge mit meinen Eltern, weil ich denen immer beim Schmuggeln von Schlagobers behilflich sein musste. Was sie mit dem vielen Schlagobers gemacht haben, wei\u00df ich bis heute nicht. Gegessen k\u00f6nnen sie sie nicht haben, weil sie das nicht \u00fcberlebt h\u00e4tten.<\/p>\n<p align=\"justify\">G wie Gaisberg: Mein letzter Besuch auf dem Gaisberg datiert vom 9. Juli 1981. An diesem Tag fand am Vormittag in der Aula der Universit\u00e4t meine Promotion zum Dr. phil. statt. Neben mir stand der heutige Salzburger B\u00fcrgermeister Heinz Schaden und ich erinnere mich, dass mir wegen der Sauferei vom Vorabend so schlecht war, dass ich den Schaden fast angespieben h\u00e4tte. Gespieben habe ich dann aber erst am Nachmittag, nachdem ich mit meiner Familie auf dem Gaisberg in einem Ausflugslokal ein Schnitzel gegessen hatte. Beim Speiben im Freien hatte ich einen wundersch\u00f6nen Blick auf Salzburg.<\/p>\n<p align=\"justify\">H wie Haslauer: Der fr\u00fchere Landeshauptmann Wilfried Haslauer hielt f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung der fernliegenden Gaue regelm\u00e4\u00dfig Sprechstunden ab, die bereits um f\u00fcnf Uhr fr\u00fch begannen. Bei einer dieser Gelegenheiten bekam der verkaterte Haslauer auch Besuch von einem alten Bergbauern, dessen Schicksal ihn zu Tr\u00e4nen r\u00fchrte. Da Haslauer Politiker war, wollte er diese R\u00fchrung nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr sich behalten, sondern einer breiten \u00d6ffentlichkeit mitteilen. Also gab sein B\u00fcro eine Brosch\u00fcre in Auftrag, in der der Landeshauptmann mit folgenden Worten zitiert wurde: \u201eEinmal war ich sehr betroffen, als ein Bergbauer etc.\u201c Den Angestellten der Druckerei war dieser Haslauer-Text allerdings zu trocken, weshalb sie sich zu einer minimalen Korrektur entschlossen. In der Brosch\u00fcre, die fl\u00e4chendeckend im ganzen Land verteilt wurde, war dann zu lesen: \u201eEinmal war ich sehr besoffen, als ein Bergbauer etc. etc.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Reaktionen auf dieses Bekenntnis fielen naturgem\u00e4\u00df unterschiedlich aus: W\u00e4hrend die einen von der Offenheit Haslauers begeistert waren, tobten dessen Sekret\u00e4re und verlangten von der Druckerei eine Entschuldigung. Diese kam der Aufforderung nach, was an Haslauers innigem Verh\u00e4ltnis zum Alkohol aber auch nicht viel \u00e4nderte. Die Moral von der Geschichte: Der Weg von der Betroffenheit zur Besoffenheit ist oft k\u00fcrzer als man denkt.<\/p>\n<p align=\"justify\">I wie Immer wieder \u00d6sterreich: Als diese Hymne der \u00f6sterreichischen Fu\u00dfballfans am 30. April 1977 im Lehener Stadion erklang, wurde ich mit 18.000 anderen Zuschauern Zeuge eines denkw\u00fcrdigen 9 : 0-Siegs der \u00d6sterreicher \u00fcber Malta, zu dem Hans Krankl nicht weniger als sechs (!) Tore beisteuerte. Ja, ja, das waren noch Zeiten!<\/p>\n<p align=\"justify\">J wie Julliard-Quartett: 1954 wurde der Komponist Gottfried von Einem Pr\u00e4sident des Kunstrates der Salzburger Festspiele. In dieser Funktion kam es zwischen ihm und Landeshauptmann Josef Klaus ein Jahr sp\u00e4ter zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf sich der Landeshauptmann vehement \u201egegen die Verjudung der Festspiele\u201c aussprach. Der Grund: Gottfried von Einem hatte das Juilliard-Quartett nach Salzburg eingeladen, woraufhin sich Josef Klaus dar\u00fcber beklagte, dass die Einladung nur erfolgt sei, weil die vier Herren Juden w\u00e4ren. Gottfried von Einem antwortete darauf, dass es sich beim Juilliard-Quartett um eines der besten Quartette der Welt handle. Darauf Josef Klaus: \u201eTrotzdem, die Verjudung der Festspiele, die gibt\u02bbs bei mir nicht.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">K wie Karajan, Herbert von: Meine einzige Begegnung mit Karajan fand am 24. Juli 1988 auf der Hinterb\u00fchne des Festspielhauses statt. Angesichts der gespenstischen Szenerie hatte ich allerdings das Gef\u00fchl, nicht bei einer Opernauff\u00fchrung, sondern bei den Dreharbeiten zu \u201eNight of the Living Dead&#8220; anwesend zu sein. Karajan war umringt von einer Menschenschar und w\u00e4hrend die Maskenbildnerinnen sein Gesicht anmalten und ihn frisierten, zog ihm die Garderobiere schwarz gef\u00e4rbte Tennisschuhe an, weil er keine Lederschuhe mehr tragen konnte. Dann gab ihm der Arzt eine Spritze, woraufhin sich Karajan unter dem tosenden Applaus der Reichen und Sch\u00f6nen zu seinem Dirigentenpult schleppte und mit den Armen herumfuchtelte. Schon damals dachte ich mir, dass sich die Salzburger diesen Dirigenten redlich verdient haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">L wie Landeshymne: Die Salzburger Landeshymne wurde 1928 von einem Pfarrer namens Anton Pichler verfasst. Sie beginnt mit den Worten \u201eLand uns\u2018rer V\u00e4ter &#8230;\u201c Was aus den M\u00fcttern wurde, verschweigt der Herr Pfarrer diskret, daf\u00fcr geht es nach einem Abstecher in den \u201eew\u2018gen Schnee\u201c und die \u201edunkelnden W\u00e4lder\u201c diretissima in die Welt der Arbeiter und Bauern:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eOb an der Esse die H\u00e4mmer sich regen oder am Pfluge die nervige Hand,<\/p>\n<p align=\"justify\">Land unsrer V\u00e4ter, dir jauchzt es entgegen: Salzburg, o Salzburg, du Heimatland!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Weniger martialisch, daf\u00fcr umso gespenstischer wird es in der zweiten Strophe, wenn Mozart als lebender Toter durch Salzburg schleicht:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eUnd wenn die Glocken den Reigen beginnen rings von den T\u00fcrmen vergangener Zeit,<\/p>\n<p align=\"justify\">schreitet durch einsamer Stra\u00dfen-Sinnen Mozart und seine Unsterblichkeit.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Was \u201eeinsame Stra\u00dfen-Sinnen\u201c sind, wei\u00df ich nicht, aber ich muss ja nicht alles wissen.<\/p>\n<p align=\"justify\">M wie Marx-Reichlich-Stra\u00dfe 1\/1\/1: In diese Wohnung bin ich am 20. Mai 1977 gezogen, weil ich gehofft hatte, dass in dieser Stra\u00dfe reichlich Marxisten leben w\u00fcrden. Dass dem nicht so war, merkte ich sp\u00e4testens, als immer wieder Uniformierte an unsere T\u00fcr klopften und uns aufforderten, beim Absingen der \u201eInternationale\u201c gef\u00e4lligst die Fenster zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p align=\"justify\">N wie Nazis raus aus Salzburg: Landespolizeidirektion Salzburg, Beschuldigten-Ladungsbescheid wegen St\u00f6rung der Ordnung an einem \u00f6ffentlichen Ort:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eEs wird als erwiesen angenommen, da\u00df sich am 21. Mai 1977 in der Zeit zwischen 11 Uhr und 11 Uhr 30 eine aus ca. 80 Personen bestehende Gruppe vor dem Hauptgeb\u00e4ude der Salzburger Sparkasse am Alten Markt und sp\u00e4ter in der Churf\u00fcrststra\u00dfe versammelte. Unter dieser Personengruppe befand sich auch der Beschuldigte, der, wie seine Gesinnungsgenossen, sich f\u00fcr die Freilassung von mehreren Personen einsetzte, die am Vortag von Polizeibeamten festgenommen worden waren. Unter Ben\u00fctzung mehrerer Megaphone wurde von einigen Personen, unter anderem auch vom Beschuldigten, die Freilassung der verhafteten Antifaschisten gefordert und lautstark auch Parolen wie: \u201aPolizei \u2013 Nazikumpanei, K\u00f6nig raus!\u2018 gerufen. Unbeteiligte Passanten brachten unmi\u00dfvest\u00e4ndlich zum Ausdruck, da\u00df sie mit der Vorgangsweise der Kundgebungsteilnehmer keineswegs einverstanden waren. (&#8230;) Bei der rechtlichen W\u00fcrdigung des Sachverhalts ist davon auszugehen, da\u00df die \u00f6sterreichische Rechtsordnung ein Vorgehen, wie es der Beschuldigte an den Tag legte, nicht vorsieht und unter Strafe stellt.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">O wie Olympische Sommerspiele 1976: Gro\u00dfereignisse wie die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal wurden nat\u00fcrlich auch von den Kommunisten in Salzburg aufmerksam verfolgt, weil man als Anh\u00e4nger der Sowjetunion und der DDR immer automatisch auf Seiten der Sieger stand. So auch 1976, als die Sowjetunion 125 und die DDR 90 Medaillen holten. Mit einer Bronzemedaille in der Disziplin \u201eFreie Pistole \u00fcber 50 Meter\u201c belegte \u00d6sterreich \u00fcbrigens den letzten Platz.<\/p>\n<p align=\"justify\">P wie Peidlpracker: In meiner Studienzeit ein beliebtes Schimpfwort, mit dem wahlweise Maoisten und Trotzkisten ebenso bedacht wurden wie Mitglieder des <i>Rings Freiheitlicher Studenten<\/i> oder des \u00d6VP-Ablegers <i>\u00d6sterreichische Studenten Union<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Qu wie Qualtinger: Nach dem Studium absolvierte ich meinen Zivildienst bei der Haftentlassenenhilfe in Salzburg und ich musste dabei oft an einen Spruch von Helmut Qualtinger denken:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eWer nie auf einer Pritsche lag,<\/p>\n<p align=\"justify\">wer nie sein Brot mit Tr\u00e4nen a\u00df,<\/p>\n<p align=\"justify\">der waa\u00df an Schas.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">R wie Rathauswachstube: Einer jener Orte in Salzburg, um die man besser einen gro\u00dfen Bogen machte. Die Rathauswachstube war ber\u00fcchtigt f\u00fcr Polizisten, die Querdenker gerne in den Schwitzkasten nahmen.<\/p>\n<p align=\"justify\">S wie Strasser, Ernst: War ein Studienkollege von mir und schon damals ein Streber, wie er im \u00d6VP-Parteibuch steht. Einmal wollte er mir bei einer H\u00f6rerversammlung das Mikrofon entrei\u00dfen, was ihm aber nicht gelang. Irgendwann endete Strasser als Innenminister und Lobbyist.<\/p>\n<p align=\"justify\">T wie Terminkalender: Wie sehr w\u00e4hrend des Studiums die Politik mein Alltagsleben bestimmte, zeigen einige Kalendereintragungen vom Februar und M\u00e4rz 1976:<\/p>\n<p align=\"justify\">Donnerstag, 26. Februar 1976: Dekorieren helfen f\u00fcr Kinderlandfasching<\/p>\n<p align=\"justify\">(\u201eKinderland Junge Garde\u201c war die der KP\u00d6 vorgelagerte Kinderorganisation)<\/p>\n<p align=\"justify\">Freitag, 27. Februar 1976: Vortrag zur Lage in S\u00fcdafrika<\/p>\n<p align=\"justify\">Mittwoch, 3. M\u00e4rz 1976: 18 Uhr 30: Referat \u00fcber Angola in Waidhofen an der Ybbs (7 Besucher)<\/p>\n<p align=\"justify\">Samstag, 20. M\u00e4rz 1976: 10 Uhr 50: Fu\u00dfball. KSV gegen MSB (5 : 2 verloren)<\/p>\n<p align=\"justify\">(MSB war der Marxistische Studentenbund = Maoisten, was die Niederlage doppelt schmerzhaft machte)<\/p>\n<p align=\"justify\">Montag, 29. M\u00e4rz 1976: Lesung von Elfriede Jelinek (H\u00f6rsaal 312)<\/p>\n<p align=\"justify\">Freitag, 2. April 1976: Sowjetabend bei Gerhard Fink. Kurzreferat \u00fcber den 25. Parteitag der KPdSU<\/p>\n<p align=\"justify\">U wie Universit\u00e4t: Schauplatz legend\u00e4rer H\u00f6rerversammlungen, Streiks und Auseinandersetzungen mit Professoren. Als Studienort eher gemieden.<\/p>\n<p align=\"justify\">V wie V\u00f6geln: Dialog in der KSV-WG in der Griesgasse 4 w\u00e4hrend einer Party Ende der siebziger Jahre:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eEr: Soi ma nochher no mitanonda ins Bett gehn?<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie: Jo, tat i eh gern, oba leider hob i an Trippa.<\/p>\n<p align=\"justify\">Er: Konn ma nix mochen, trink ma hoit nu a Bier.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie: Jo, a guate Idee.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">W wie Weingartl: Leider nicht mehr existierendes Souterrain-Lokal in der Lederergasse 10, wo sich heute ein scheu\u00dfliches Caf\u00e9 befindet. Ort zahlreicher legend\u00e4rer Bes\u00e4ufnisse. Stammg\u00e4ste waren unter anderem die trinkenden Schriftsteller Franz Innerhofer und H. C. Artmann. Aber ich erinnere mich auch, einmal Peter Handke dort gesehen zu haben, der allerdings nur einen Himbeersaft trank.<\/p>\n<p align=\"justify\">X wie Xanthippen: \u00dcber die Premiere des von mir inszenierten Brecht-Abends \u201eIm Mund noch den Geschmack des andern Manns&#8220; am 17. Mai 1988 in der ARGE konnte man in der Wiener Stadtzeitung \u201eFalter&#8220; lesen: \u201eBei der Premiere in Salzburg hatten Feministinnen ein Verbot des Plakats (Design: Fuzelk\u00f6nig Tex Rubinowitz) gefordert, eine Diskussion mu\u00dfte vor Beginn veranstaltet werden und Regisseur Palm verlie\u00df, von einer Zitrone beworfen, fluchtartig den Raum.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">Y wie Yggdrasil: Legend\u00e4re Weltesche in der altisl\u00e4ndischen <i>Edda<\/i>, die es in Salzburg nur zu einem verkr\u00fcppelten Ableger im Garten des Mozarteums gebracht hat. Dort steht sie heute in Erinnerung an den germanischen Dirigenten Wilhelm Furtw\u00e4ngler, der in Fachkreisen auch <i>Furzw\u00e4ngler<\/i> genannt wird.<\/p>\n<p align=\"justify\">Z wie Zorn auf Salzburg: Zwei Zitate von Mozart: \u201eIch hoffe nicht, da\u00df es n\u00f6tig ist zu sagen, da\u00df mir an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen ist und ich auf beides scheisse.&#8220; Und: \u201eDie Salzburger sind mir zuwider. Ich mag nicht, wie sie sich kleiden und ich mag nicht, wie sie reden.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\"><i>SALZ Nr. 165, Salzburg, September 2016<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">***<\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A wie Alpenst\u00fcberl: Ende der siebziger Jahre erfreute sich das \u201eAlpino\u201c in der Alpenstra\u00dfe nicht nur bei schweren Trinkern, sondern auch bei gewissen Studenten gro\u00dfer Beliebtheit. 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