{"id":515,"date":"2016-04-28T16:25:46","date_gmt":"2016-04-28T14:25:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/?p=515"},"modified":"2025-11-09T11:32:17","modified_gmt":"2025-11-09T10:32:17","slug":"der-edelmarder-im-huehnerstall-oder-wie-herr-b-oesterreicher-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/der-edelmarder-im-huehnerstall-oder-wie-herr-b-oesterreicher-wurde\/","title":{"rendered":"Der Edelmarder im H\u00fchnerstall Oder: Wie Herr B. \u00d6sterreicher wurde"},"content":{"rendered":"<section  class='av_textblock_section av-9g4zv-5044440193b3874b6795f3fd232a1f59 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Schreckensmeldung stand zuerst in den \u201eSalzburger Nachrichten\u201c:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"> \u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Erste kulturbolschewistische Atombombe auf \u00d6sterreich abgeworfen.\u201c Das rechtsgerichtete Kampfblatt \u201eDie Neue Front\u201c stellte die kryptische Frage: \u201eWer schmuggelte das Kommunistenpferd in das deutsche Rom?\u201c Das \u201eLinzer Volksblatt\u201c schien die Antwort zu kennen und erweckte mit der Formulierung: \u201eEr d\u00fcrfte ein gef\u00e4hrlicher Agent sein! Und den lassen wir herein!\u201c bei seinen Lesern den Eindruck, als h\u00e4tte in \u00d6sterreich gerade ein Top-Spion eine neue Operationsbasis errichtet.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In anderen Bl\u00e4ttern war noch die Rede vom \u201ePoeten des Teufels\u201c, von einer \u201eliterarischen Ausgeburt\u201c und vom \u201egr\u00f6\u00dften Kulturskandal der Zweiten Republik\u201c.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Den Anlass f\u00fcr diese Pamphlete, die Ende 1951 in \u00f6sterreichischen Zeitungen erschienen, bildete ein Dokument, das bereits am 12. April 1950 von der Salzburger Landesregierung ausgestellt worden war, n\u00e4mlich die \u201eUrkunde \u00fcber die Verleihung der \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaft an Herrn Berthold Brecht, Beruf: Schriftsteller, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg\u201c. Monatelang stand die durch diese Urkunde ausgel\u00f6ste \u201eAff\u00e4re Brecht\u201c im Mittelpunkt des medialen Interesses und besch\u00e4ftigte in weiterer Folge nicht nur den Salzburger Landtag, sondern auch den \u00f6sterreichischen Nationalrat und den Ministerrat.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Zuge dieser Auseinandersetzungen verwandelten sich die Federn zahlreicher Journalisten in Schwerter, um den Kampf gegen das B\u00f6se schlechthin wirkungsvoller f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Dieses B\u00f6se, das nicht mehr nur wie ein Gespenst in Europa umging, war der Kommunismus, der in der Person des Schriftstellers Bertolt Brecht die Republik \u00d6sterreich unterwandern und reif f\u00fcr den Untergang machen sollte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Chefredakteur der \u201eNeuen Front\u201c, Viktor Reimann, machte am 13. Oktober 1951 klar, worum es in Wirklichkeit ging. Er schrieb: \u201eDie Einb\u00fcrgerung Bert Brechts zeigt, wie durch den \u00dcbereifer einzelner intellektueller Sozialisten und durch die Unwissenheit und Schw\u00e4che der kulturellen Machthaber der Volkspartei unser Land kommunistisch unterminiert wird und die Amerikaner die geistige Bolschewisierung \u00d6sterreichs noch finanzieren.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn man angesichts solcher Formulierungen heute ungl\u00e4ubig den Kopf sch\u00fcttelt, sollte man nicht vergessen, dass zu Beginn der f\u00fcnfziger Jahre der Kalte Krieg l\u00e4ngst in vollem Gange war, was nat\u00fcrlich auch Auswirkungen auf das kulturelle Leben in \u00d6sterreich hatte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So ging es im Falle Brechts ja nicht nur um die Denunzierung eines linken Schriftstellers, sondern auch um die Abrechnung mit einer Kunstauffassung, die im konservativen und stramm antikommunistischen \u00d6sterreich keinen Platz hatte. Und Brecht geh\u00f6rte bekanntlich zu denen, die \u2013 wie es Thomas Mann bereits 1944 formulierte \u2013 im \u201eAntikommunismus die Grundtorheit unserer Epoche\u201c sahen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Gedankeng\u00e4nge derer, die damals im \u00f6sterreichischen Kulturbetrieb das Sagen hatten, sind heute in vielen F\u00e4llen schwer nachvollziehbar. So fasste der Schriftsteller Friedrich Torberg, einer der gr\u00f6\u00dften Brecht-Hasser seiner Zeit, seine Haltung zu Brecht wie folgt zusammen:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1. Kunst hat mit Politik zu tun.<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">2. Bertolt Brecht ist ein Kommunist.<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">3. Der Kommunismus ist der unerbittliche Todfeind der Demokratie.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und weiter:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Selbst \u201aH\u00e4nschen klein\u2018 w\u00e4re, wenn Brecht als Verfasser zeichnet, kommunistische Propaganda.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese \u00c4u\u00dferungen wurden 1961 zu einem Zeitpunkt gemacht, als es in \u00d6sterreich bereits einen seit acht Jahre fast l\u00fcckenlos durchgehaltenen Brecht-Boykott gab. Nat\u00fcrlich ging es Torberg nicht alleine um die Diffamierung Brechts, sondern auch um die Diskreditierung all jener K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die im Verdacht standen, zu liberal zu sein oder zu weit links zu stehen. Erw\u00e4hnt seien hier stellvertretend Torbergs Hetze gegen die \u201eDrecksau\u201c und \u201eFilzlaus\u201c Hilde Spiel, und seine teils offen, teils hinter den Kulissen gef\u00fchrten Attacken gegen Thomas Mann, Berthold Viertel oder Gottfried von Einem.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Torbergs Kampagnen endeten nicht selten in dem Versuch, den jeweiligen Gegnern ihre Existenzgrundlage zu entziehen. Als beispielsweise bekannt wurde, dass der Schauspieler Karl Paryla bei den Salzburger Festspielen im Sommer 1952 den Teufel im \u201eJedermann spielen sollte, setzte Torberg alles daran, dieses Engagement zu hintertreiben. Im \u201eWiener Kurier\u201c bezeichnete er das KP\u00d6-Mitglied Paryla als \u201ebedingungslosen Partisanen einer Diktatur, deren brutaler Terror sich nicht nur auf die Gedanken erstreckt, sondern aufs nackte Leben\u201c, und forderte dessen Entlassung.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Kuratorium der Salzburger Festspiele entsprach Torbergs Wunsch und \u201estornierte\u201c, wie es in der offiziellen Sprachregelung hie\u00df, am 3. Juli 1952 Parylas Engagement. In einer Feststellung der \u00f6sterreichischen Bundesregierung zum \u201eFall Paryla\u201c vom 29. August 1952 hie\u00df es:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Grund f\u00fcr die Stornierung des Engagements des demokratischen Schauspielers Paryla ist darin zu sehen, da\u00df dieser in der Zeitschrift \u201aTagebuch\u2018 einen Artikel ver\u00f6ffentlicht hat, der die Bundesregierung und die Festspielstadt schwerstens beleidigt und geeignet ist, die \u00f6sterreichische W\u00e4hrung zu unterminieren. Paryla hat nicht den Anspruch, von dem, den er besudelt, angestellt zu werden.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das \u201eVergehen\u201c Parylas bestand darin, dass er sich ein Jahr zuvor, und zwar im Juli 1951, in der Zeitschrift \u201eTagebuch\u201c \u00fcber die amerikanischen Besatzer, die Salzburger Festspiele und die Bundesregierung lustig gemacht hatte. Paryla schrieb zum Beispiel:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Festspielstadt fragt mehr als grantig:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Seit wann liegt Salzburg am Atlantik?\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als zehn Jahre nach seinem Rauswurf bei den Festspielen Karl Paryla aus der DDR nach Wien zur\u00fcckkehrte und an das Theater in der Josefstadt engagiert wurde, schrieb Torberg: \u201eEs gen\u00fcgt nicht, da\u00df Karl Paryla hierzulande ungest\u00f6rt leben, kommunistisch w\u00e4hlen und sich kommunistisch bet\u00e4tigen darf \u2013 nein, man mu\u00df ihn auch noch engagieren.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und als der Schauspieler Otto Tausig nach seiner R\u00fcckkehr aus der DDR mit dem damaligen Direktor des Theaters in der Josefstadt, Franz Sto\u00df, wegen eines Engagements verhandelte, hielt Sto\u00df in der einen Hand den Vertrag und in der anderen eine \u201eReueerkl\u00e4rung\u201c, die sich auf Tausigs Zeit an dem von der KP\u00d6 und den sowjetischen Beh\u00f6rden unterst\u00fctzten \u201eNeuen Theater in der Scala\u201c bezog. Sto\u00df zu Tausig: \u201eDiese Erkl\u00e4rung ist nicht f\u00fcr mich, sondern f\u00fcr den Weigel und den Torberg.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dass Weigel und Torberg sp\u00e4ter versuchten, ihre Rolle in der Zeit des Kalten Krieges herunterzuspielen, versteht sich angesichts gewisser \u00f6sterreichischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten von selbst. Noch 1983 meinte Hans Weigel w\u00e4hrend einer Diskussionsveranstaltung in Wien, dass damals ja alles gar nicht so schlimm gewesen sei und man den Brecht- und \u201eScala\u201c-Boykott vor dem Hintergrund des Kalten Krieges verstehen m\u00fcsse. Darauf konterte Otto Tausig: \u201eIch habe diese Zeit nicht so harmlos empfunden, war ich doch zweimal im Exil, einmal unter Hitler und einmal unter Weigel und Torberg.\u201c Tausig spielte hier darauf an, dass nach der erzwungenen Schlie\u00dfung des \u201eNeuen Theaters in der Scala\u201c im Juni 1956 ein Teil des Ensembles mangels Arbeitsm\u00f6glichkeiten in \u00d6sterreich in die DDR emigrierte und dort am Deutschen Theater in Berlin eine neue k\u00fcnstlerische Heimat fand.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Torbergs Hass auf Bertolt Brecht hatte neben politischen aber sicherlich auch pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde. Anders w\u00e4re es nicht zu erkl\u00e4ren, dass er w\u00e4hrend seines Exils in Kalifornien als Informant f\u00fcr das FBI t\u00e4tig war, und zu den von ihm bespitzelten Personen auch Bertolt Brecht geh\u00f6rte. In einem Bericht vom 30. M\u00e4rz 1943 an das FBI ging Torberg zum Beispiel ausf\u00fchrlich auf Brechts Lehrst\u00fcck \u201eDie Ma\u00dfnahme\u201c ein und berichtete, dass \u201ethe subject\u201c ein kommunistischer Schriftsteller sei, der gemeinsam mit dem Kommunisten Hanns Eisler \u201eDas Solidarit\u00e4tslied\u201c geschrieben habe. Zwei Wochen nach Vorlage von Torbergs Bericht erwog das FBI, Brecht zu internieren, verwarf diesen Plan allerdings nach einer neuerlichen Pr\u00fcfung des Falls wieder.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In seiner Funktion als Informant f\u00fcr das \u201eOffice of War Informations\u201c regte Torberg im Juni 1945 in New York auch an, \u201ethe communist political cells\u201c in Hollywood genauer unter die Lupe zu nehmen. Kurze Zeit sp\u00e4ter hat das ber\u00fcchtigte \u201eCommittee On Unamerican Activities\u201c die angeblichen \u201ekommunistischen Zellen\u201c in Hollywood ja dann tats\u00e4chlich unter die Lupe genommen und linke und liberale K\u00fcnstler vor den \u201eAusschuss zur Untersuchung unamerikanischer T\u00e4tigkeiten\u201c gezerrt, vor dem am 30. Oktober 1947 auch Bertolt Brecht aussagen musste. Die Ankl\u00e4ger, unter denen sich der sp\u00e4tere US-Pr\u00e4sident Richard Nixon befand, st\u00fctzten sich in ihrer Argumentation wesentlich auf die von Torberg gesammelten Informationen. Als sogenannter \u201efreundlicher Informant\u201c im Sinne der Anklage fungierte damals \u00fcbrigens der Schauspieler Ronald Reagan.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nachdem Brecht keine kommunistischen Umtriebe nachgewiesen werden konnten, verlie\u00df er umgehend die USA und kehrte nach Europa zur\u00fcck. Als er am 1. November 1947 auf dem Flughafen von Paris landete, waren er und seine Frau, die Schauspielerin Helene Weigel, immer noch staatenlos. Die nationalsozialistische Regierung hatte den beiden am 8. Juni 1935 die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft \u201ewegen Sch\u00e4digung der deutschen Belange und Versto\u00dfes gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk\u201c aberkannt. Nach f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigem Exil in D\u00e4nemark, Schweden, Finnland, der Sowjetunion und den USA lie\u00df sich Brecht zun\u00e4chst in der Schweiz nieder, um von dort aus die Lage zu sondieren. F\u00fcr ihn als heimgekehrten Emigranten war die Lage allerdings kompliziert, weil sich die extrem ausl\u00e4nderfeindliche Politik der Schweizer Beh\u00f6rden vor allem gegen die aus dem Exil zur\u00fcckgekehrten Staatenlosen richtete. So gesehen ist es nicht weiter verwunderlich, dass Brecht in vielen Briefen immer wieder auf die Schwierigkeiten verwies, die ihm wegen der fehlenden Papiere gemacht wurden. \u201eDas anstrengende Gesch\u00e4ft der Exilierten: das Warten\u201c, wie Brecht einmal schrieb, und die B\u00fcrokratie machten ihm das Leben schwer. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bereits im finnischen Exil hatte sich Brecht in den \u201eFl\u00fcchtlingsgespr\u00e4chen&#8220; mit der deprimierenden Lage der passlosen Emigranten auseinandergesetzt. Gleich zu Beginn dieses gro\u00df angelegten Dialogs zwischen dem Physiker Ziffel und dem Arbeiter Kalle kommt Letzterer auf die Bedeutung eines Passes zu sprechen: <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen\u201c, sagt Kalle. \u201eEr kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann \u00fcberall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Daf\u00fcr wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, w\u00e4hrend ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.&#8220;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Etwas sp\u00e4ter greift auch Ziffel dieses Thema auf: \u201eAber die P\u00e4sse gibts haupts\u00e4chlich wegen der Ordnung. Sie ist in solchen Zeiten absolut notwendig. Nehmen wir an, Sie und ich liefen herum ohne Bescheinigung, wer wir sind, so dass man uns nicht finden kann, wenn wir abgeschoben werden sollen, das w\u00e4r keine Ordnung.&#8220;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Brecht und seine Familie mussten nun die bittere Erfahrung machen, dass sich f\u00fcr die passlosen Emigranten auch nach dem Krieg die Lage kaum gebessert hatte.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In dieser f\u00fcr ihn \u00e4u\u00dferst unangenehmen Situation lernte Brecht im Fr\u00fchjahr 1948 in Z\u00fcrich den jungen \u00f6sterreichischen Komponisten Gottfried von Einem kennen, der sich als Mitglied des Direktoriums der Salzburger Festspiele um eine geistige Neuorientierung der Festspiele bem\u00fchte. Den Kontakt hergestellt hatte Brechts langj\u00e4hriger Freund und B\u00fchnenbildner, Caspar Neher, der f\u00fcr Gottfried von Einems Oper \u201eDantons Tod\u201c bei den Salzburger Festspielen 1947 die Ausstattung gemacht hatte. F\u00fcr Gottfried von Einem war bald klar, dass Brecht bei der Neugestaltung der Festspiele eine wichtige Rolle spielen sollte. In einem Gespr\u00e4ch, das der Journalist Hans Langwallner und ich im J\u00e4nner 1983 mit Gottfried von Einem f\u00fchrten, sagte dieser: <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Um Brecht an Salzburg zu binden, sah einer unserer Pl\u00e4ne vor, dass Berthold Viertel Intendant des Landestheaters werden sollte, Erich Engel Oberspielleiter und Brecht Dramaturg. Brecht war damit sehr einverstanden und machte gleich einige Vorschl\u00e4ge. Beispielsweise wollte er bei den Festspielen nicht nur den \u201aKaukasischen Kreidekreis\u2018, sondern auch den \u201aFaust\u2018 inszenieren. Und zwar beide Teile an einem Abend. Den Faust sollte Fritz Kortner und den Mephisto Peter Lorre spielen.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber solche Pl\u00e4ne waren undurchf\u00fchrbar, solange Brecht keine brauchbaren Papiere besa\u00df. Von Einem versprach Brecht, sich in Salzburg und Wien bei einflussreichen Personen daf\u00fcr einzusetzen, dass er Papiere zum Reisen bek\u00e4me, von einem Pass war damals \u00fcbrigens noch nicht die Rede. Salzburgs Landeshauptmann, Josef Rehrl, der Pr\u00e4sident der Salzburger Festspiele, Heinrich Puthon, der Leiter der Bundestheaterverwaltung, Egon Hilbert, und andere ma\u00dfgebliche Personen in Salzburg und Wien wurden in von Einems Pl\u00e4ne eingeweiht und unterst\u00fctzen diese ausdr\u00fccklich. Das gro\u00dfe Interesse, das man Brecht entgegenbrachte, lie\u00df bei ihm erstmals auch die \u00dcberlegung aufkommen, sich \u201eim \u00d6sterreichischen, in der Salzburger Gegend, niederzulassen\u201c, wie er in einem Brief an Ferdinand Reyher schrieb. Bevor Brecht aberf \u00fcberhaupt nach Salzburg reisen konnte, sollte noch ein halbes Jahr vergehen, so lange dauerte die Abwicklung seiner Antr\u00e4ge. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Brecht schlie\u00dflich im Oktober 1948 zum ersten Mal nach Salzburg kam, war sein Eindruck von der Stadt nicht gerade \u00fcberw\u00e4ltigend. In sein \u201eArbeitsjournal\u201c notierte er: \u201ehier gibt es alles, das hei\u00dft schwarz. man bezahlt mehr und braucht keine lebensmittelkarten. strenge demokratie f\u00fcr die mittellosen, das hei\u00dft arbeitenden, jeder bekommt gleich wenig. stadt wirkt ausgepowert, ersch\u00f6pft.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nichtsdestotrotz f\u00fchrte Brecht mit verschiedenen Verantwortlichen der Festspiele Gespr\u00e4che \u00fcber m\u00f6gliche Auff\u00fchrungen seiner St\u00fccke in Salzburg und Wien. Ein Anfang war gemacht und Brecht konnte beruhigt nach Berlin weiterreisen, um am Theater am Schiffbauerdamm die Inszenierung seines St\u00fccks \u201eMutter Courage und ihre Kinder\u201c vorzubereiten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als sich Brecht im Fr\u00fchjahr 1949 in Z\u00fcrich aufhielt, bekam er erneut Probleme mit den Schweizer Beh\u00f6rden. In dieser Situation hatte Brecht erstmals die Idee, sich um einen \u00f6sterreichischen Pass zu bem\u00fchen. Er bot Gottfried von Einem an, f\u00fcr Salzburg ein Festspiel zu schreiben, wenn er daf\u00fcr einen Pass bek\u00e4me. Brecht: \u201eIch wei\u00df jetzt auch ein \u00c4quivalent, mehr f\u00fcr mich wert als Vorschuss irgendwelcher Art; das w\u00e4re ein Asyl, also ein Pa\u00df. Wenn das \u00fcberhaupt m\u00f6glich w\u00e4re, so sollte es nat\u00fcrlich ohne jede Publizit\u00e4t gemacht werden.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gottfried von Einem war mit dem Handel sofort einverstanden und ebnete Brecht bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Salzburg und Wien den Weg. In Briefen an Unterrichtsminister Felix Hurdes (\u00d6VP), Landeshauptmann Josef Rehrl (\u00d6VP) und Salzburgs B\u00fcrgermeister Anton Neumayr (SP\u00d6) begr\u00fcndete Brecht sein Ansuchen um die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft damit, dass er \u201ein einem Lande geistig arbeiten m\u00f6chte, welches die entsprechende Atmosph\u00e4re dazu bietet\u201c. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1983 erz\u00e4hlte Gottfried von Einem, dass diese Briefe in Wirklichkeit der Leiter der Bundestheaterverwaltung, Egon Hilbert, geschrieben habe, der in seiner Funktion als Direktoriumsmitglied der Festspiele ebenfalls an einer k\u00fcnstlerischen Neuorientierung interessiert war. Hilbert wollte Brecht auch als Regisseur f\u00fcr das Burgtheater gewinnen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein Jahr lang dauerte der Aktenweg, der f\u00fcnf verschiedene \u00c4mter und Ministerien besch\u00e4ftigte: Den Magistrat Salzburg, die Salzburger Landesregierung, das Unterrichtsministerium, das Innenministerium und den Ministerrat. S\u00e4mtliche dieser Institutionen stimmten Brechts Ansuchen zu, wobei die Gr\u00fcnde daf\u00fcr von v\u00f6lliger Ahnungslosigkeit bis zur Hoffnung auf Deviseneinnahmen durch eine Zusammenarbeit Brechts mit \u00f6sterreichischen Theatern und Verlagen reichten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Zwischenzeit hatte Brecht mit seiner Arbeit am Festspiel \u201eSalzburger Totentanz\u201c begonnen, \u00fcber das Gottfried von Einem berichtete: \u201eDieses St\u00fcck h\u00e4tte, wie der \u201aJedermann\u2018, im Freien aufgef\u00fchrt werden sollen, und zwar im Hof des Stifts St. Peter. Brecht wollte aber keine Guckkastenb\u00fchne haben, sondern das Publikum sollte in der Mitte sitzen. Die Schauspieler h\u00e4tten dann den gesamten Hof als Spielfl\u00e4che benutzt und die Leute w\u00e4ren auf Drehst\u00fchlen gesessen.\u201c <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr die Besetzung notierte sich Brecht folgende Namen: Fritz Kortner (Der Kaiser), Peter Lorre (Der Tod), Therese Giehse (Die Kaiserin Mutter), Karl Paryla (Der Landsknecht), Helene Weigel (Seine Mutter) und Rudolf Forster (Der Dekan). F\u00fcr die Ausstattung w\u00e4re nat\u00fcrlich Brechts langj\u00e4hriger B\u00fchnenbildner, Caspar Neher, verantwortlich gewesen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was freilich etwas verwundert, ist die Tatsache, dass Brecht offenbar nicht realisiert hatte, dass sich die Salzburger Festspiele in der Zwischenzeit k\u00fcnstlerisch l\u00e4ngst in eine andere Richtung entwickelt hatten. Dirigenten wie Wilhelm Furtw\u00e4ngler, Karl B\u00f6hm, Clemens Krauss oder Hans Knappertsbusch, allesamt w\u00e4hrend der Nazizeit in Salzburg t\u00e4tig, waren l\u00e4ngst wieder rehabilitiert worden, und mit Herbert von Karajan hatte im Sommer 1948 ein Dirigent die Salzburger B\u00fchne betreten, der diese Institution vierzig Jahre lang entscheidend pr\u00e4gen sollte. Und Karajan war, wie Krauss oder B\u00f6hm, bekanntlich \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger des Nationalsozialismus gewesen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dass es zwischen der Weltanschauung dieser Leute und der Weltanschauung Brechts keine Gemeinsamkeiten geben konnte, versteht sich von selbst. Und wie unterschiedlich der Exilant Brecht und die \u201eDaheimgebliebenen&#8220; die Zeit des Nationalsozialismus einsch\u00e4tzten, geht aus einem Interview hervor, das Karl B\u00f6hm am 4. Februar 1979 dem \u201eKurier&#8220; gab. In diesem Gespr\u00e4ch sagte B\u00f6hm: \u201eDie anderen, die in die Emigration gegangen sind, hatten es ja eigentlich besser als ich, der ich zu Hause geblieben bin. Sie hatten keine Bombenangriffe zu \u00fcberstehen; sie hatten Arbeit.&#8220;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das sagte einer, der in Wien kurz nach der Okkupation \u00d6sterreichs durch Hitlerdeutschland bei einem Konzert der Wiener Symphoniker das Publikum mit dem Hitlergru\u00df begr\u00fc\u00dfte und am Beginn des Konzerts das Horst-Wessel-Lied spielen lie\u00df.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nichtsdestotrotz kam Brecht immer wieder nach Salzburg, wo er bei Gottfried von Einem am M\u00f6nchsberg 17 Quartier fand. Dort bildeten sich verschiedene Gespr\u00e4chsrunden, an denen, laut Auskunft Gottfried von Einems, neben Brecht und dem B\u00fchnenbildner Caspar Neher auch das Malerehepaar Agnes Muthspiel und Herbert Breiter teilnahm.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr Brecht war die Lage aber immer noch kompliziert, da er als Staatenloser nach wie vor nur \u00fcber provisorische Dokumente verf\u00fcgte. Da die Grenze bei Freilassing nur mit speziellen Papieren passiert werden konnte, lie\u00df Gottfried von Einem seine guten Kontakte zu Gale Hoffman, den Chef des US-Heeresgeheimdienstes in Salzburg, spielen. Gottfried von Einem erz\u00e4hlte, dass er in Freilassing \u00fcber eine Anlaufstelle in der Person eines Lokomotivf\u00fchrers namens Fritz F\u00f6ttinger verf\u00fcgte, der in der M\u00fcnchner Stra\u00dfe 22 seine Dienstwohnung hatte. Dort wurden zun\u00e4chst jene K\u00fcnstler aus Deutschland untergebracht, die man in Salzburg haben wollte, die aufgrund fehlender Papiere aber nicht nach \u00d6sterreich einreisen konnten. Bei F\u00f6ttinger fand auch Brecht im August 1949 Quartier. In dieser Wohnung wurden dann die gew\u00fcnschten Personen vom amerikanischen Heeresgeheimdienst CIC verhaftet und nach Salzburg gebracht, von wo sie nach getaner Arbeit als unerw\u00fcnschte Ausl\u00e4nder wieder abgeschoben wurden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn es besonders schnell gehen musste, wurde auch die Mutter von Einems eingeschaltet, die gute Beziehungen zu den Grenzbeamten hatte, und die die jeweiligen Personen kurzerhand im Fond ihres Wagens versteckte. Gottfried von Einem erz\u00e4hlte, dass auf diese Weise Boris Blacher, Carl Orff, Werner Egk und auch Bertolt Brecht von Freilassing nach Salzburg gebracht wurden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kompliziert waren aber nicht nur die Grenz\u00fcbertritte, sondern auch die Kommunikationsm\u00f6glichkeiten, wie ein Brief Brechts an Caspar Neher belegt. Brecht schrieb: \u201eWenn du mir telegrafieren willst, von Salzburg aus, gehst du zu Frln. Erika Freitag im Gesch\u00e4ft Pfanzelter, Judengasse 3. Sie besorgt das Telegramm \u00fcber Freilassing.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend Brecht also am \u201eSalzburger Totentanz\u201c arbeitete, besch\u00e4ftigten sich die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Wien und Salzburg mit der \u201eAkte Brecht\u201c, und kamen einhellig zum Schluss, dass \u201edie Verleihung der Staatsb\u00fcrgerschaft an Bertolt Brecht ein Gewinn f\u00fcr das kulturelle Leben \u00d6sterreichs\u201c w\u00e4re. Am 12. April 1950 war es schlie\u00dflich soweit und Brecht und seine Frau, Helene Weigel, erhielten die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als eineinhalb Jahre sp\u00e4ter diese Verleihung in der Bl\u00fctezeit des Kalten Krieges publik wurde, wollte nat\u00fcrlich keine der damit befassten Stellen irgendetwas damit zu tun gehabt haben. Der Magistrat Salzburg berief sich auf \u201edie k\u00fcnstlerische W\u00fcrdigung Bert Brechts im Gro\u00dfen Brockhaus\u201c, das Unterrichtsministerium redete sich auf \u201edas unaufh\u00f6rliche Dr\u00e4ngen\u201c der Salzburger Landesregierung aus, und Bundeskanzler Figl begr\u00fcndete die Zustimmung des Ministerrats damit, dass keine Beh\u00f6rde \u201eBedenken irgendwelcher Art\u201c ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Brenzlig wurde die Sache allerdings f\u00fcr Josef Klaus, der seit 1. Dezember 1949 Salzburger Landeshauptmann war und als politisch Hauptverantwortlicher in dieser Angelegenheit ins Schussfeld der Kritik geriet. Im Zuge der Medienkampagnen weitete sich der \u201eFall Brecht\u201c mehr und mehr zu einer Groteske aus, da sich \u00d6VP und SP\u00d6 gegenseitig die Schuld zuschoben, obwohl beide Parteien zu gleichen Teilen in die Sache involviert waren.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kein Wunder also, dass der Herausgeber der \u201eSalzburger Nachrichten\u201c, Gustav Canaval, zu gr\u00fcbeln begann: \u201eWarum Bert Brecht, der zum versp\u00e4teten Landsturm des kommunistischen Avantgardistentums geh\u00f6rt, heute ausgerechnet auf Salzburg blickt, wohin er pa\u00dft, wie der Dieselmaschinist ins Oratorium, ist zun\u00e4chst unerfindlich.\u201c In der \u201eNeuen Front\u201c wiederum bezeichnete Viktor Reimann einen gewissen Eberhard Preu\u00dfner, der schon lange auf seiner Abschussliste stand, als Drahtzieher hinter der Aff\u00e4re Brecht, indem er schrieb: \u201ePreu\u00dfner war es auch, der Thomas Mann nach Salzburg brachte, jenen Edelkommunisten, der die deutsche Diktatur ablehnte, um desto mehr die russische zu preisen.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Frage, \u201eauf welchem Weg der Edelmarder in den Salzburger kulturellen H\u00fchnerstall eingebrochen ist\u201c (\u201eSalzburger Nachrichten\u201c), widmete sich am 21. November 1951 auch der Salzburger Landtag in einer mehrst\u00fcndigen Debatte. In deren Verlauf zog der Abgeordnete des \u201eVerbandes der Unabh\u00e4ngigen\u201c (VdU), der Vorg\u00e4ngerorganisation der FP\u00d6, Friedrich Freyborn, \u00fcber Brecht her und erinnerte an dessen \u201egro\u00dfartige Liste von dekadenten, kultursch\u00e4nderischen Ver\u00f6ffentlichungen\u201c. Landeshauptmann Klaus zog sich w\u00e4hrend der Sitzung insofern aus der Aff\u00e4re, als er Gottfried von Einem zum Alleinverantwortlichen machte und die Sache f\u00fcr beendet erkl\u00e4rte, da von Einem wegen seines Einsatzes f\u00fcr Brecht ohnehin bereits am 31. Oktober 1951 aus dem Direktorium der Festspiele entfernt worden war. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bei dieser Kuratoriumssitzung hatte der Landeshauptmann seinen Kontrahenten von Einem frontal angegriffen und ihn als \u201eSchande f\u00fcr \u00d6sterreich\u201c sowie als \u201eL\u00fcgner\u201c bezeichnet und dessen sofortige Entlassung gefordert. Gottfried von Einem erz\u00e4hlte \u00fcber diese Sitzung: \u201eDa hatte ich endg\u00fcltig die Nase voll und sagte zu Josef Klaus, dass er sich im klaren dar\u00fcber sein soll, dass Hitler bereits tot sei. Daraufhin sprang er, wie von einer Tarantel gestochen, auf, warf seinen Sessel um und schrie: \u201aEntweder verlassen Sie den Saal oder ich.\u2018 Daraufhin sagte ich: \u201aAus Ihrer Gegenwart gehe ich immer wieder gerne fort.\u2018 Und bin gegangen.\u201c Offiziell wurde Gottfried von Einem wegen \u201eunqualifizierten Benehmens\u201c seiner Funktion als Direktoriumsmitglied enthoben und die Medien hatten neben dem \u201eFall Brecht\u201c nun auch den \u201eFall von Einem\u201c. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von Einems Rausschmiss aus dem Direktorium erfolgte \u00fcbrigens einstimmig, obwohl ihm der Pr\u00e4sident der Festspiele, Heinrich Puthon, noch vor der Sitzung versichert hatte, dass er selbstverst\u00e4ndlich Mitglied des Direktoriums bleiben werde.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Wiedergutmachung wurde Gottfried von Einem nach dem Tod Wilhelm Furtw\u00e4nglers 1954 Pr\u00e4sident des Kunstrates der Festspiele. In dieser Funktion war es zwischen ihm und Josef Klaus ein Jahr sp\u00e4ter zu einer weiteren Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf sich der Landeshauptmann vehement \u201egegen die Verjudung der Festspiele\u201c ausgesprochen hatte. Der Grund: Gottfried von Einem hatte das Juilliard-Quartett nach Salzburg eingeladen, woraufhin sich Josef Klaus dar\u00fcber beklagte, dass die Einladung nur erfolgt sei, weil es sich bei den vier Herren um Juden handelte. Gottfried von Einem antwortete, dass es sich beim Juilliard-Quartett um eines der besten Quartette der Welt handle. Darauf Josef Klaus: \u201eTrotzdem, die Verjudung der Festspiele, die gibt\u2018s bei mir nicht.\u201c Von 1964 bis 1970 war Josef Klaus dann Bundeskanzler der Republik \u00d6sterreich und trat im Wahlkampf 1970 als \u201eechter \u00d6sterreicher\u201c gegen Bruno Kreisky an, der als Emigrant und Jude dieses Attribut wohl nicht verdiente.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit dem Rausschmiss von Einems aus dem Festspieldirektorium galt der \u201egr\u00f6\u00dfte Kulturskandal der Zweiten Republik\u201c nach au\u00dfen hin zwar als beendet, f\u00fcr das \u00f6sterreichische Theater sollte er aber noch fatale Auswirkungen haben. Dieses \u201eabscheuliche Man\u00f6ver Brechts\u201c, wie der Kritiker Hans Weigel die Bem\u00fchungen des staatenlosen Emigranten Brecht um die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft bezeichnete, bildete n\u00e4mlich den Auftakt zu einem tats\u00e4chlichen Skandal: Den Brecht-Boykott in \u00d6sterreich. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zwischen 1950 und 1963 wagte es kaum ein \u00f6sterreichisches Theater, ein St\u00fcck von Brecht auf den Spielplan zu setzen. Und versuchte es eine B\u00fchne trotzdem, wie beispielsweise das Salzburger Landestheater im Oktober 1960 mit dem \u201eGuten Menschen von Sezuan\u201c, dann hagelte es sofort Kritik. So schrieb Hans Weigel: \u201eBert Brecht war einverstanden mit der Liquidierung des Juni-Freiheitskampfes in der Sowjetzone Deutschlands, Bert Brecht war von Josef Stalin begeistert. Das Salzburger Landestheater spielt Brecht. Da sich das Salzburger Landestheater zu Brecht bekennt, macht es Propaganda f\u00fcr den Kreml.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Neben Hans Weigel war der bereits erw\u00e4hnte Friedrich Torberg der vehementeste Verfechter des Brecht-Boykotts in \u00d6sterreich. 1961 bekannte Torberg offen:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In dieser Theaterstadt Wien ist seit dem 17. Juni 1953 kein St\u00fcck von Bertolt Brecht mehr aufgef\u00fchrt worden, und ich will Ihnen gleich eingangs bekennen, da\u00df das nicht ganz ohne mein Zutun geschehen ist. Ich habe als Theaterkritiker, als Herausgeber einer kulturpolitischen Zeitschrift und auf jeder anderen mir zug\u00e4nglichen Plattform nach besten Kr\u00e4ften darauf hingewirkt, da\u00df Brecht in Wien nicht gespielt wird. Ich bin daf\u00fcr mitverantwortlich, oder, wie einige von Ihnen es vielleicht lieber formuliert h\u00f6ren w\u00fcrden: Ich bin daran mitschuldig.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit der von Torberg erw\u00e4hnten kulturpolitischen Zeitschrift war das FORVM gemeint, das viele Jahre von der CIA finanziell unterst\u00fctzt wurde<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als der Brecht-Boykott l\u00e4ngst Geschichte war, wollte sich Torberg in bester \u00f6sterreichischer Manier nat\u00fcrlich an nichts mehr erinnern. Aus Anlass von Brechts 75. Geburtstag schrieb er in der \u201eArbeiter-Zeitung\u201c: <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf die Gefahr hin, all denen, die mich mit dem sch\u00e4bigen Etikett des Brecht-Boykottierers versehen haben, eine Entt\u00e4uschung zu bereiten: Ich hin nicht gegen Brecht und ich war es nie.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine besonders \u00fcble Rolle im Zusammenhang mit dem Brecht-Boykott spielte auch ein gewisser G\u00fcnter Nenning, dessen Wandlung vom Auhirschen zu Hans Dichands Scho\u00dfh\u00fcndchen symptomatisch f\u00fcr die Biographie dieses Opportunisten par excellence war. Nenning stie\u00df Ende der f\u00fcnfziger Jahre zu Friedrich Torbergs FORVM und schaltete sich sogleich in die Brecht-Diskussion ein. 1958 ver\u00f6ffentlichte er einen Grundsatztext zu diesem Thema, in dem es hie\u00df: <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da\u00df Brecht in \u00d6sterreich nicht gespielt werden soll ist ein Standpunkt, der eingehende Diskussion verdient: Diskussion unter uns \u2013 das hei\u00dft unter den rabiaten Antikommunisten und rabiaten Demokraten. Die Teilnahme von Kommunisten ist unerw\u00fcnscht. Die Kommunisten m\u00f6gen schweigen. Sie haben von der Demokratie keinerlei Freiheiten zu fordern, nicht einmal die ihrer nackten politischen Existenz \u2013 welche ihnen die Demokratie aus Prinzip und N\u00fctzlichkeit dennoch gew\u00e4hrt.&#8220;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nennings Position unterschied sich von der primitiven Anti-Brecht-Linie eines Friedrich Torberg oder Hans Weigel insofern, als er durchaus f\u00fcr die Auff\u00fchrung von Brecht-St\u00fccken war, allerdings nur, wenn es der Regie gel\u00e4nge, \u201edie antikommunistische Moral herauszuholen.&#8220;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenige Jahre sp\u00e4ter hielt sich Burgtheaterdirektor Ernst Haeusserman an dieses Konzept, indem er vor der Auff\u00fchrung von Brechts \u201eGalilei&#8220; das Anti-Brecht-St\u00fcck \u201eDie Plebejer proben den Aufstand&#8220; von G\u00fcnter Grass auf den Spielplan setzte. Nachdem sich das Publikum also davon \u00fcberzeugen konnte, welches Schwein Brecht in Wirklichkeit war, durfte es sich an Curd J\u00fcrgens&#8216; garantiert kulinarischer Darstellung des Galilei erfreuen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zum Schluss eine zum Thema passende Anekdote, die in dem Buch \u201eGeschichten vom Herrn B.\u201c nachzulesen ist:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach seiner R\u00fcckkehr aus der Emigration hatte Herr B. die Staatsangeh\u00f6rigkeit des Bruderlandes \u00d6sterreich angenommen. Er gab sie auch nicht auf, als er in den neuen deutschen Staat \u00fcbersiedelte.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Befragt, warum er seine Staatsangeh\u00f6rigkeit nicht wechsle, antwortete Herr B.: \u201aWeil ich den Staat, in dem ich jetzt wohne, lobenswert finde und unterst\u00fctzen will. Es widerstrebt mir, einen Staat zu loben und zu unterst\u00fctzen, dessen B\u00fcrger ich bin. In \u00d6sterreich aber Neuerungen einf\u00fchren zu wollen, lohnt sich bekanntlich nicht.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Erschienen im Katalog zur Landesausstellung \u201eB\u00fcrger, Kaiser, Jedermann\u201c in Salzburg, April 2016<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Helvetica,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>***<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1928,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515\/revisions\/1928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.palmfiction.net\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}